Mehr als nur ein Gebäude
Höllviken
Bo & leva
Engagera & etablera
Im Herzen von Höllviken erhebt sich das Mietobjekt Mariastugan – ein faszinierendes Beispiel nachhaltiger Architektur des visionären Architekten Cord Siegel. Hier erhalten wir einen Einblick, wie innovatives Design und gelebte Gemeinschaft zusammenfinden und bereits heute die Lebensräume von morgen formen.
Text
Micha van Dinther
Photo
Peter Carlsson

År 2023 tilldelades Mariastugan Vellinge kommuns stadsbyggnadspris.
Trotz eines Sommers, der größtenteils von bedecktem Himmel und unspektakulären Temperaturen geprägt war, ereignete sich in einem Wohnviertel im Südwesten Schwedens etwas Bemerkenswertes. In Höllviken, wo die fein gemaserten Eichenfassaden von Mariastugan selbst die trübsten Tage aufhellen, entschied sich die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner dafür, auf Urlaubsreisen zu verzichten und stattdessen ihr eigenes Sommeridyll direkt vor der Haustür zu gestalten.
„Es ist inspirierend zu sehen, dass sich die Hälfte der Bewohner von Mariastugan für einen Staycation statt klassischer Ferien entschieden hat“, sagt Cord Siegel, der in Malmö ansässige Architekt hinter dem Projekt.
„Das zeigt, dass wir mehr geschaffen haben als nur Wohnraum – wir haben einen Ort gestaltet, an dem Menschen wirklich gerne sind. Diese Zahl bestätigt, dass wir in die richtige Richtung gedacht haben.“
Nachhaltig für die Zukunft zu bauen ist eine Herausforderung, mit der sich Architektinnen, Stadtplaner und Politiker weltweit auseinandersetzen. Doch ein Besuch in Mariastugan – einem Projekt mit 36 Mietwohnungen – lässt diese Aufgabe für Cord und sein Team überraschend greifbar erscheinen.
Das Projekt ist ein bewusstes Spiel mit Kontrasten – wie eine große Patchworkdecke, in der Großes auf Kleines trifft, Altes auf Neues und Tradition auf Innovation. Inspiriert von den Möbeln und der Architektur Josef Franks hat das Team einen zeitlosen Ort geschaffen, der zugleich jung wirkt und tief in seiner Umgebung verwurzelt ist. Zwischen den beiden Baukörpern von Mariastugan öffnet sich ein üppiger Innenhof – ein Raum, der das Gefühl vermittelt, ständig zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.
Für Cord ist das Projekt Teil einer Antwort auf die globalen Fragen rund um die Zukunft des nachhaltigen Bauens.
„Bei jeder Entscheidung – von der Materialwahl bis zur Gestaltung der Gemeinschaftsflächen – haben wir darauf geachtet, Harmonie zwischen Mensch und Umwelt zu schaffen“, erklärt er.
In Mariastugan wurde ein hybrides Tragwerk umgesetzt, das die Robustheit von Beton mit der Leichtigkeit von Holz verbindet. Für die Hauptstruktur kommt Ökobeton zum Einsatz, während Außenwände und Dächer aus Holz bestehen. Auch bei weiteren Entscheidungen wurde großer Wert auf Umweltbewusstsein gelegt: Holz‑Holz‑Fenster, Zellulosedämmung und klimaoptimierte Bewehrung. Zusammengenommen haben diese Maßnahmen zur Klimaneutralität des Projekts beigetragen – im Einklang mit den LFM30‑Standards.
Doch Cords Verständnis von Nachhaltigkeit reicht über ökologische Aspekte hinaus und schließt auch das Soziale ein. Er begreift Architektur als Katalysator für Gemeinschaft und Begegnung. Mariastugan ist als großzügige Abfolge gemeinsamer Räume konzipiert, die Zusammenhalt fördern: ein weitläufiger Gemeinschaftsgarten, private Terrassen und Balkone zum Entspannen, ein Swimmingpool sowie Hochbeete für alle mit grünem Daumen. Darüber hinaus stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern Gästewohnungen für Freunde und Familie, ein Fitnessraum, eine Sauna und eine Werkstatt zur Verfügung. Auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind vorhanden.
„Wir bauen und verwalten nicht einfach Gebäude – wir schaffen Orte, an denen Menschen miteinander und mit ihrer Umgebung in Verbindung treten können. Wir entwerfen auf der Grundlage von Erfahrung, lernen aber auch ständig dazu. Die größte Überraschung für uns war das soziale Treppenhaus von Mariastugan, wo Nachbarn sich begegnen und neue Freundschaften entstehen."
In Mariastugan haben wir uns darauf konzentriert, Harmonie zwischen Mensch und Umwelt zu schaffen.


Arkitekten Cord Siegel.
Drei Gedanken zum Bauen für die Zukunft
Der Architekt Cord Siegel gilt als einer der Wegbereiter nachhaltigen Bauens. Mit seinen Projekten schafft er zukunftsfähige Lebensräume, die weit über das reine Gebäude hinausgehen. Drei Leitgedanken prägen seine Arbeit – und seine Vorstellung davon, wie echte Nachhaltigkeit Gestalt annimmt.
Inklusivität – die neue Exklusivität
Verwandeln Sie Exklusivität in Inklusivität. Gestalten Sie Bauprojekte als offene Orte, an denen sich alle willkommen fühlen – und in denen soziale Ausgewogenheit ebenso wichtig ist wie der architektonische Ausdruck.
Kultureller Austausch
Fördern Sie kulturelle Vielfalt und Ausdruck. Von Musikräumen bis zu Ateliers für künstlerisches Arbeiten: Jedes Element eines Projekts sollte eine Vielfalt kultureller Möglichkeiten widerspiegeln und Raum für unterschiedliche Formen des Miteinanders bieten.
Kleinstadtgefühl im größeren Maßstab
Bewahren Sie das Gefühl von Nähe und Überschaubarkeit – auch in größeren Wohnprojekten. Kurze Wege zu Alltagsangeboten und lokale Treffpunkte schaffen Gemeinschaft und laden zu Begegnung ein. So entsteht ein Ort, an dem Zugehörigkeit ganz selbstverständlich wächst.
