Das Leben wächst auf Ekebo
Gessie
Äta & mötas
Uppleva & utforska
Auf dem Ekebo‑Hof in Gessie dürfen Tiere, Menschen und gutes Essen wachsen. Zwischen zotteligen Kühen, Freilandschweinen und Gemüsebeeten leben Johan Larsson und Kristina Torstensson – vereint durch ihren gemeinsamen Einsatz für harte Arbeit und ihre Leidenschaft für eine wirklich gute, verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion.
Text
Jenny Milewski
Photo
Andreas Lönnborn Johansson

Als ich auf den Hof von Ekebo Gård einbiege, flattern die Hühner zwischen den Blumenbeeten auseinander, und zwei Katzen beobachten mich misstrauisch von den Stufen des Wohnhauses aus. Hier besteht kein Zweifel: Die Tiere stehen an erster Stelle.
Im rund um die Uhr geöffneten Hofladen treffe ich Johan Larsson, der sich gerade eine kurze Pause von der morgendlichen Arbeit gönnt. Auf einem Hof wie diesem gibt es immer etwas zu tun.
„Ja, Kristina und ich arbeiten sehr hart“, sagt Johan mit einem Lächeln. „Es ist ein Leben, das viele nur schwer verstehen. Aber für mich gibt es nichts Sinnvolleres, als andere mit guten Lebensmitteln zu versorgen.“
Johan bewirtschaftet Ekebo Gård seit 2006, zunächst als engagierter Gemüseanbauer. Die ersten Tiere kamen erst 2015 hinzu, als eine kleine Schafherde auf den Feldern zu grasen begann. Doch als Johan auf Blocket auf der Suche nach einem neuen Widder war, nahm das Leben eine unerwartete Wendung.
Der Widder wurde auf Kristina Torstenssons Hof in Knislinge angeboten – und es dauerte nicht lange, bis auch zwischen den beiden Menschen eine Verbindung entstand. Mit der Zeit zog nicht nur der Widder, sondern auch Kristina selbst nach Süden nach Gessie – zusammen mit all ihren Kühen, Schweinen und Schafen.
Heute kümmern sich andere um den Gemüseanbau, während Johan und Kristina sich ganz auf die KRAV‑zertifizierte Fleischproduktion konzentrieren. Auf die Frage, ob es einen Unterschied mache, Gemüse anzubauen oder mit Tieren zu arbeiten, antwortet Johan schlicht:
„Ja. Eine richtige Nebensaison gibt es nicht mehr.“
Tiere brauchen das ganze Jahr über Aufmerksamkeit, natürlich. Die intensivste Zeit ist der Frühling, wenn Kälber und Lämmer geboren werden – dann schlafen Johan und Kristina in Schichten.
Ich möchte für alle Menschen in Vellinge gutes Essen auf den Tisch bringen.

Johan Larsson med sina glada utegrisar

Här får djuren ta plats, det råder det inget tvivel om.
Während unseres Gesprächs kommen und gehen Kundinnen und Kunden im großzügigen Hofladen. Einer kauft Eier. Eine andere nimmt Granola aus Österlen mit. Ein Dritter entscheidet sich für zwei Stücke Schulterbraten fürs Wochenende. Das Sortiment umfasst Fleisch und Wurstwaren von Ekebos eigenen Tieren, Kartoffeln und frische Eier von benachbarten Höfen sowie eine breite Auswahl an Produkten sorgfältig ausgewählter Erzeuger aus ganz Südschweden. Viele Stammkundinnen und ‑kunden gehören dazu – ebenso zahlreiche Bestellungen von gemischten Fleischpaketen. Johan freut sich über den Erfolg, ist aber niemals versucht, bei der Qualität Abstriche zu machen.
„Seit wir im vergangenen Jahr für ‚Skånes bester Lebensmittelproduzent‘ nominiert wurden, möchten viele mit uns zusammenarbeiten. Aber den meisten sagen wir ab. Es muss wirklich gut sein – sonst ist es die Mühe nicht wert.“
Nach unserem Gespräch machen wir einen Rundgang durch die luftigen Unterstände, um die Schafe, Ziegen, Schweine und die Hochlandrinder mit ihren markanten Stirnfransen und geschwungenen Hörnern zu begrüßen. Und dann Johans persönliche Favoriten: rund hundert Kühe und Bullen der Rasse Belted Galloway – „ungewöhnlich soziale und freundliche Tiere“, wie Johan sagt.
Bevor ich den Hof schließlich verlasse, kaufe ich Würste und Schweineschulter von den Freilandschweinen des Hofes. Den Unterschied werde ich schmecken, sagt Johan – im Vergleich zu dem gestressten, geschmacklosen Schweinefleisch, das man sonst oft im Handel findet.
Ich möchte für alle Menschen in Vellinge gutes Essen auf den Tisch bringen.
Johan Larsson